AKTUELLER SPIELTAG

05.12. - 18:00 Uhr - Ritterstr. - Villages Luders

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Tilbury besiegt den Schüler-Fluch

Daniel S. / Andy S. - Knut M. - Frank K. /- Michael J.  - Stefan P. - Martin S. – Daniel B. (Daniel G.)– Serdat Ö. (Maik E.) - Ludwig Z. (Jason B.) / Thommy C. (Patrick L.)

 

Die BEP Tilbury hat den Schüler-"Fluch" besiegt und im sechsten Spiel, bei dem Neuzugang Martin Schüler zum Einsatz kam, zum ersten Mal drei Punkte eingefahren.

 

Dank einer vor allem in Sachen Laufbereitschaft und Einsatzwille überzeugenden Leistung, die die in dieser Hinsicht schon im Heimspiel gegen Lokomotive Ohligs erkennbaren Fortschritte bestätigte, gewannen die Fallschirmjäger ihr Auswärtsspiel beim HFC Südstadt am Montagabend mit 3:1.

 

Die Treffer für die Tilburys erzielten Mittelfeldstratege Serdar Özdemir, der mit seinen beiden von Thomas Czempiel vorbereiteten Toren (18. Minute / 26.) bereits in der ersten Halbzeit die Weichen auf Sieg stellte, und der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Daniel Glabach, der eine Vorarbeit von Martin Schüler zum vorentscheidenden 3:0 verwertete. Der Anschlusstreffer für die HFC Südstadt durch ihren zur Überraschung vieler Beobachter erst mit Beginn des zweiten Spielabschnitts in die Partie gekommenen Mittelfeldstar Steven Kosciessa fiel in der vorletzten Minute, so dass die Tilburys ihren dritten Saisonsieg einfahren konnten, ohne noch einmal in Gefahr zu geraten.

 

Von Beginn an zahlte es sich aus, dass der nach mehrwöchiger Abstinenz zurückgekehrte Spielertrainer Stefan Puderbach seiner Mannschaft für das Spiel beim HFC eine Umstellung vom bisher im Saisonverlauf bevorzugt praktizierten 4-2-3-1-System auf ein im unbezahlten Hobbyfußball standardmäßiges 3-5-2 mit Andreas Siefen als klassischem Libero verordnete. Der ausgebuffte Trainerfuchs, der selbst als einer von drei Sechsern neben Michael Jaskiewicz und Martin Schüler die von Dieter Eilts bei der EM 1996 revolutionierte Position des Staubsaugers vor der Abwehr bekleidete, erhoffte sich von seiner Maßnahme Überzahl im Mittelfeld zu erzeugen um so das Spiel in Guardiola-Manier kontrollieren zu können.

 

Da die Südstädter ihre Heimspiele am Schaberg, dem in Bezug auf die Spielfläche mit Abstand kleinsten Sportplatz auf Solinger Stadtgebiet, austragen, erwies sich die Rückkehr zum davor über viele Jahre angewandten 3-5-2-System als Schlüssel zum Erfolg: Die technisch versierten HFC-Spieler verhedderten sich häufiger, als ihnen lieb war, im engmaschigen Mittelfeldnetz der Tilburys, so dass sich immer wieder gute Möglichkeiten zu Kontern ergaben, die die Fallschirmjäger versuchten über ihre schnelle Flügelzange, Daniel Blum auf der linken und Ludwig Zech auf der rechten Seite, auszuspielen. Weil dabei aber, wie schon in den Wochen zuvor, zumeist der letzte Pass misslang und deshalb kein richtiger Zug zum Tor des Gegners aufkam, ergaben sich Chancen zunächst nur nach Standardsituationen. Während Özdemirs erster Freistoß aus knapp 25 Metern Torentfernung den linken oberen Torwinkel nur knapp verfehlte und sein zweiter und dritter Versuch aus ähnlichen Distanzen zum einen vom Fangzaun und zum anderen vom Torhüter der Gastgeber vereitelt wurden, überließ er bei der vierten Gelegenheit Martin Schüler den Ball, der jedoch auch nicht mehr zustande brachte als ein halbhohes Schüsschen, das der Südstadt-Schlussmann mühelos fangen konnte.

 

In Folge ihres inkonsequenten Offensivspiels und ihrer mangelhaften Chancenverwetung wären die Tilburys nach einer Viertelstunde beinahe sogar in Rückstand geraten: Weil Libero Andreas Siefen einen weiten Abstoß der Gastgeber unterlief und sein Bruder Daniel zu zögerlich aus seinem Tor kam, konnte der Mittelstürmer der Südstädter den freien Ball aufnehmen und ungehindert in den Strafraum der Gäste eindringen. Anstatt aber an Daniel Siefen vorbei einzuschieben, versuchte er diesen zu umkurven und legte sich den Ball dabei soweit vor, dass er aus zu spitzem Winkel nicht mehr zum Abschluss kam. Sein anschließender Querpass auf einen mitgelaufenen Mitspieler wurde von der Tilbury-Abwehr zur Ecke gelenkt. Diese Szene stand sinnbildlich für die Offensivbemühungen des HFC-Teams, das die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor an diesem Abend kollektiv vermissen ließ.

 

So konnte Serdar Özdemir in der 18. Minute demonstrieren, dass er eine im Vergleich zum Rest des Feldes immer noch lächerlich hohe fußballerische Klasse besitzt. Nach einem vertikalen Zuspiel von Thomas Czempiel brachte er seinen, wie er selbst behauptet, nur aus Muskeln und Samensträngen bestehenden Alabasterkörper in Bewegung, ließ einen Gegenspieler daran abprallen und verwandelte aus halbrechter Strafraumposition zur 1:0-Führung.

 

Nur acht Minuten später verwertete er eine Flanke von Thomas Czempiel, der sich an der rechten Sechzehnermarkierung entlang bis zur Grundlinie durchgetankt hatte, zum 2:0-Pausenstand.

 

In der zweiten Halbzeit hätte besagter Czempiel schon früh für klare Verhältnisse sorgen können,  doch sein Schuss von der Strafraumgrenze, in dessen Vorlauf er sich mit einem seiner unnachahmlichen Haken seines Gegenspielers entledigt hatte, landete nur am Innenpfosten und sprang von dort wieder zurück ins Spielfeld.

 

Deshalb mussten alle, die es an diesem Abend mit der BEP Tilbury hielten, bis zur 59. Minute zittern, ehe die Entscheidung fiel: Den ersten Sieg mit seiner neuen Mannschaft vor Augen mobilisierte Martin Schüler noch einmal seine letzten Kräfte, umkurvte im Anschluss an einen von Stefan Puderbach ausgeführten Einwurf seinen Gegenspieler und legte den Ball von der Grundlinie auf den mitgelaufenen Daniel Glabach zurück, der aus Mittelstürmerposition zu seinem ersten Saisontor einschob.

 

Der Anschlusstreffer der Gastgeber hatte nur noch statistischen Wert.

 

Tilbury zeigt Reaktion

Daniel S. / Knut M. (Jonny B.) - Michael J. - Frank K. - Jan K. / Martin S. – Mäx M. (Robert A.) – Frank O. (Andy S.) – Dennis H. – Serdat Ö. / Thommy C.

 

Die Mannschaft von BEP Tilbury hat sich für den erschreckend blutleeren Auftritt im Auswärtsspiel bei den Walder Lions rehabilitiert und beim 2:2 vor heimischen Publikum gegen Lokomotive Ohligs demonstriert, dass Tugenden wie Einsatzbereitschaft und Kampfgeist, die ihr viele Zuschauer nach dem Gastspiel in Wald schon abgesprochen hatten, doch zu ihrem Repertoire zählen.

 

Es war offensichtlich, dass der Stachel, den die Schmähgesänge der eigenen Anhängerschaft, die nach der Partie vor einer Woche über den Sportplatz Bavert gehallt waren, äußerst tief saß und dass das Team bis in die letzten Haarspitzen motiviert war, die Schmach der 1:4-Niederlage bei den Löwen in Wald vergessen zu machen.

 

Die Fallschirmjäger, bei denen der ins Aufgebot zurückgekehrte Kapitän Knut Menzel zusammen mit dem an diesem Abend alles überragenden Michael Jaskiewicz sowie Frank Kraft und dem als linker Außenverteidiger agierenden Jan Kaluba eine starke Viererkette bildeten, waren von Beginn an sehr lauffreudig unterwegs und immer darauf bedacht jede noch so kleine Lücke, die sich für die agilen Mittelfeldspieler des Gegners auftaten, so schnell wie möglich zu schließen.

 

Dieses Engagement, vor allem im Mittelfeld, das sich von links nach rechts aus Frank Opitz, Christian Märkel, Serdar Özdemir, Martin Schüler und Dennis Hentschel zusammensetzte, wirkte sich schon früh auf das Spielergebnis aus. Das vorbildliche Verschieben im Mittelfeld, das immer wieder zu Überzahlsituationen in Ballnähe führte, und die daraus resultierenden Ballverluste beim auf Spielkontrolle durch Ballbesitz bedachten Gegner eröffneten den Tilburys viele aussichtsreiche Kontermöglichkeiten, die sie im Spielverlauf zwar insgesamt nur selten in gefährliche Tormöglichkeiten ummünzen konnten, die in der 10. Minute aber den Führungstreffer einleiteten. Nach einer Balleroberung kurz hinter der Mittellinie spielte Serdar Özdemir schnell auf Frank Opitz, der in Arjen Robben-Manier, nur spiegelverkehrt und mit nicht ganz so hohem Tempo, von der linken Außenbahn nach innen zog, dabei seinen Gegenspieler stehen ließ und den Gästekeeper mit einem unhaltbaren Schlenzer von der Strafraumgrenze in den rechten oberen Torwinkel überwand.

 

Zwar kamen die Gäste aus Ohligs nach dem Führungstreffer immer stärker auf, was vor allem daran lag, dass die Tilburys bereits nach einer guten Viertelstunde ihrem hohen Aufwand Tribut zollen mussten und es immer seltener schafften für Entlastung zu sorgen, dennoch hielt das vielbeinige Abwehrbollwerk der Gastgeber um den gewohnt soliden Torhüter Daniel Siefen  unter weiterhin großem kämpferischen Einsatz das Zu-Null bis zur Pause.

 

Nach dem Wechsel kam der als Nottransfer kurz vor Ende der Transferperiode an die Ritterstraße geholte Robert Axnich als Ersatz für den angeschlagenen Christian Märkel in die Partie. Zudem ersetzte Jonathan Bordonau den stark gelb-rot gefährdeten Knut Menzel, für den Dennis Hentschel die Position des rechten Außenverteidigers übernahm, während Bordonau dessen Position im rechten Mittelfeld besetzte. Dabei machte sich vor allem Bordonaus Einwechslung positiv bemerkbar: Obwohl sich in einigen Situationen die ihm aufgrund seiner im Saisonverlauf bisher überschaubaren Einsatzzeiten noch fehlende Spielpraxis und die noch fehlende Bindung zur Mannschaft bemerkbar machten, belebte er mit seiner Schnelligkeit das Offensivspiel der Tilburys und sorgte nicht zuletzt dafür, dass der Gegner seinerseits über seine starke linke Seite nicht mehr so zur Entfaltung kam, wie das noch in der ersten Halbzeit der Fall gewesen war.

 

Dennoch verfestigte sich das Bild, das sich den Zuschauern schon in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit geboten hatte: Die spielstarken Ohligser, die gerade im Mittelfeld einige schnelle und vor allem technisch versierte Fußballer aufboten, diktierten weiterhin das Spielgeschehen und setzten die Tilburys mitunter minutenlang in der eigenen Hälfte fest, ohne dass diese überhaupt in die Nähe des Balls kamen.

 

Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit bis der Ausgleichstreffer fiel:

 

Im Anschluss an eine Ecke gelang es den Fallschirmjägern nicht den Ball klärend aus der Gefahrenzone zu befördern, so dass ein Ohligser aus dem linken Halbfeld ungehindert in den Strafraum flanken konnte, wo Freund und Feind den Ball verpassten, so dass dieser unhaltbar für Daniel Siefen über den rechten Innenpfosten ins Tor trudelte.

 

Zwar ließen sich die Fallschirmjäger, nach dem sie den Ausgleichstreffer hingenommen hatten, auch mal wieder in der Hälfte der Gäste blicken, doch weil sie dabei auf eine entsprechende Absicherung verzichteten, kassierten sie, diesmal nach einer eigenen Ecke, das Tor zum 1:2-Rückstand. Der starke linke Außenstürmer, über den die Lokomotive ihren Konter vortrug, bediente seinen in zentraler Position mitgelaufenen Mitspieler, der dem in dieser Situation etwas zu weit vor seinem Tor postierten Daniel Siefen mit einem sehenswerten Heber aus 25 Metern keine Abwehrchance ließ. Als zwei Minuten später dann auch noch Dennis Hentschel mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, weil er, nachdem er seinen Gegenspieler zuvor schon einmal auf rustikale Weise von den Beinen geholt hatte, im Nachgang an einen weiteren Zweikampf noch ein paar Worte über das zwielichtige Arbeitsumfeld von dessen Mutter verlor, schien das Spiel zugunsten der Gäste entschieden.

 

Doch da an diesem Abend im Gegensatz zur Vorwoche nicht nur das Wetter gut war, sondern auch Moral und Einsatzwille stimmten, blieben 10 wackere Tilburys sprichwörtlich am Ball und erzwangen, wenn auch mit Blick auf den Spielverlauf nicht hundertprozentig verdient, in letzter Minute durch ein Abstaubertor von Thomas Czempiel den Ausgleich. Serdar Özdemir hatte geflankt, Lokomotive Ohligs bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Czempiel bugsierte den Ball halb mit dem Schienbein, halb mit dem Fuß über die Linie.

Ein Spiel so trist wie das Wetter

Daniel S. / Martin S. – Andy S. (Frank K.) – Daniel G. / Markus M. – Mäx M. – Frank O. – Daniel B. – Patrick B. (Ludwig Z.) – Serdat Ö. (Jonny) / Thommy C.

 

Was sich am Montagabend auf den 65x100 Metern künstlichen Grüns des Sportplatz Bavert in Solingen-Wald abspielte, ist mit den Worten „Debakel“ und „Desaster“ aus Sicht des BEP Tilbury noch euphemistisch formuliert.

 

Die Tilburys präsentierten sich in ihrem Auswärtsspiel bei den Walder Lions in einer derart schlechten Verfassung, dass die mitgereisten Fans den fußballerischen Offenbarungseid schon während der 70 Minuten mit einem gellenden Pfeifkonzert begleiteten. Auch eine halbe Stunde nach Abpfiff waren aus dem Gästeblock immer noch Sprechchöre á la „Wir sind Tilburys und ihr nicht!“ oder „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ zu hören, mit denen die enttäuschten Anhänger ihren Unmut lautstark zum Ausdruck brachten. Und das völlig zu recht.

 

Denn dem Auftritt der Gäste fehlte an diesem Abend schlichtweg Alles, was es braucht, um, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, Fußballspiele zu gewinnen. Ein für die meisten BEP-Spieler offensichtlich unverständliches taktisches Konzept mit drei Dreierketten hinter der einzigen Spitze Thomas Czempiel spielte den keinesfalls überragenden Löwen ebenso in die Karten wie zum Teil haarsträubende individuelle Fehler bei eigenem Ballbesitz, die die Gastgeber immer wieder dazu einluden ihre schnellen Angreifer in die Schnittstellen der Tilbury-Abwehr zu schicken und so gefährlich vor das Tor von Keeper Daniel Siefen zu kommen. Dass man den Fallschirmjägern an diesem Abend neben der fußballerischen Klasse auch Grundtugenden wie Laufbereitschaft, Einsatzwille und Kampfkraft absprechen musste, führte dazu, dass sie gegen einen bis dato in den Niederungen der Tabelle vor sich hin dümpelnden Gegner schlichtweg chancenlos waren.

 

Zwar kamen die Tilburys durch einen von Serdar Özdemir getretenen Freistoß in der 20. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich, dabei passte es jedoch ins Bild, dass der keineswegs unhaltbare Ball nur deshalb im Netz landete, weil er vom Torhüter der Gastgeber unglücklich an den Pfosten gelenkt wurde und von dort hinter die Linie kullerte.

Auch um aus dem Spiel heraus so etwas wie Torgefahr zu erzeugen, bedurften die Gäste der Fehler des Gegners. Und da die Walder Lions den Tilburys nicht den Gefallen taten, viele Fehler zu machen, blieben Torgelegenheiten der Gäste absolute Mangelware. Stattdessen lieferten die Hausherren eine solide Partie ab, setzten die BEP-Abwehr durch frühes Anlaufen unter Druck und kamen über die sich daraus ergebenden Ballgewinne immer wieder zu Torchancen. Dass es zur Halbzeit nur 1:2 stand war zum einen Torwart Daniel Siefen zu verdanken, der an diesem schwarzen Abend als einziger Tilbury-Spieler in die Nähe seiner Normalform kam und einen höheren Rückstand mit einer Vielzahl an Paraden zu verhindern wusste, und lag zum anderen am Unvermögen der Gastgeber, die im Abschluss die nötige Konsequenz vermissen ließen und beste Einschussmöglichkeiten zum Teil kläglich vergaben. Dennoch wurden die Löwen nicht für ihren Chancenwucher bestraft, weil sich die Fallschirmjäger, insbesondere bei den beiden Gegentoren in Halbzeit 1, die Bälle mehr oder weniger selbst in den eigenen Kasten beförderten. Bei beiden Treffern der Walder hatten die Tilburys zuvor mehrfach die Chance, die Kugel aus der Gefahrenzone zu bringen, legten sie dem Gegner stattdessen jedoch so auf, dass dieser sie aus kurzer Distanz nur noch über die Linie zu bugsieren brauchte.

 

Zur Halbzeit kam dann Frank Kraft für den angeschlagenen Andreas Siefen in die Partie und die damit einhergehende Umstellung von Dreierkette auf das klassische 4-2-3-1-System verlieh dem Spiel der Gäste zunächst auch wieder mehr Sicherheit und schien die Hoffnung wieder zu beleben doch noch die Wende herbeiführen zu können. Allein, der Schein trog.

Spätestens als Daniel Siefen in der 43. Minute einen Rückpass genau in die Füße eines gegnerischen Mittelfeldspielers spielte und dieser die Einladung mit einem gekonnten 25-Meter-Lupfer über den Torhüter verwertete, war vermutlich auch den kühnsten Optimisten auf und außerhalb des Spielfeldes klar, dass ein kleines Fußballwunder von Nöten sein würde, um aus diesem Spiel noch Punkte mit nach Hause zu nehmen. Zwar versuchten einige Tilburys noch sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, allen voran der spielende Co-Trainer Christian Märkel, der mit seinen 41 Jahren immerhin als gutes Beispiel voran ging und mit Abstand die meisten Laufkilometer aller Gästespieler abspulte, allerdings fehlte seinen Kameraden der nötige Esprit, um überhaupt noch an den Ausgleich glauben zu dürfen. Da die BEP-Kicker weiterhin jeden Zweikampf vermieden, konnten die Walder Löwen im Mittelfeld nach Belieben schalten und walten und erzielten in der 60. Minute noch das Tor zum 1:4 Entstand aus Sicht der Fallschirmjäger, bei dem ein Mittelfeldspieler der Hausherren die komplette Gästehintermannschaft narrte und seinen Sololauf mit einem unhaltbaren Heber über den bemitleidenswerten Daniel Siefen krönte.

 

Wenn aus Reihen der Tilburys überhaupt Feldspieler positiv hervorzuheben sind, dann mit Sicherheit die beiden im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselten Ludwig Zech und Maik Esser, die über die rechte Seite immer wieder versuchten das Spiel anzukurbeln und, wie Essers blutverschmiertes Trikot bezeugte, im Gegensatz zum Rest der Mannschaft auch den nötigen Einsatzwillen nicht vermissen ließen.  

 

Fakt ist: Die Performance der Tilburys war zum Heulen und stand damit in keinerlei Widerspruch zum strömenden Regen den Petrus den Beteiligten an diesem Tag beschert hatte.

 

Ein Özdemir reicht nicht zum Sieg

Die Mannschaft von BEP Tilbury hat auch das dritte Spiel, bei dem Neuzugang Martin Schüler in der Startaufstellung stand, nicht gewonnen. Zufall? Mannschaftsintern mehren sich die Stimmen, die behaupten, "Nein"!

Dabei wäre trotz der nach einer nur dreiwöchigen Rekonvaleszenz im Anschluss an einen diagnostizierten Bandscheibenvorfall für viele Betrachter überraschend zügigen Rückkehr des "langen Blonden" im Spiel gegen die vorher und, dem Ergebnis entsprechend, auch nachher punktgleichen Gäste des Celtic FC durchaus mehr drin gewesen als das 3:3-Unentschieden, welches nach Abpfiff zu Buche stand.

Zu Beginn des Spiels bestätigte sich so auch die Hoffnung, die das leider diesmal durch beruflich bzw. privat bedingte Abwesenheit "glänzende" Trainergespann Puderbach/Märkel in eine Nominierung Schülers gesetzt hatte, denn in den ersten 15 Minuten wusste der Mittelfeldspieler gegen sein Ex-Team noch mit einigen klugen Anspielen auf den rechten Flügelstürmer Ludwig Zech zu gefallen, mit denen er seiner Mannschaft Möglichkeiten eröffnete in den Rücken der Abwehr zu kommen, was sich gegen einen sich von Minute zu Minute weiter zurückziehenden Gegner im Laufe des Spiels als immer schwieriger erweisen sollte.

Nach der Auftaktviertelstunde war Schüler seinTrainingsrückstand dann jedoch schon deutlich anzumerken und es fiel ihm schwer weitere Akzente zu setzen.

Dennoch waren und blieben die Hausherren vom BEP Tilbury die spielbestimmende Mannschaft. Der spielerisch limitierte Gegner wurde früh in seiner Hälfte attakiert und die langen Bälle, mit denen sich dieser dagegen zu behelfen versuchte, spätestens von der soliden Viererkette um Frank Kraft und Jan Kaluba in der Innenverteidigung festgemacht.

Das führte zu einem Ballbesitzverhältnis von gefühlten 80:20 für die Hausherren, ein Wert, den selbst der FC Barcelona zur Hochzeit seiner Tiki-Taka-Ballzirkulation nur äußerst selten erreichte. Leider konnte das Team der Fallschirmjäger seine Überlegenheit nicht in Zählbares auf der Anzeigentafel ummünzen, was zum einen daran lag, dass die wackeren Kelten ihr Tor mit hohem kämpferischen Einsatz verteidigten, vor allem aber der Tatsache geschuldet war, dass es im offensiven Umschaltspiel der Gastgeber haperte. So wurde nach Ballgewinnen zu oft der sichere Rückpass gespielt, anstatt die sich bietenden Räume schneller und konsequenter für ein vertikaleres Spiel zu nutzen.

In Folge dessen ergaben sich gefährliche Situationen für das Tor des Gegners fast ausschließlich durch Einzelaktionen und Standardsituationen, die aber allesamt mehr oder weniger kläglich vergeben wurden. Ebenso wie Markus Müllenschläder und Jan Kaluba bei aussichtsreichen Freistoßsituationen scheiterten auch Frank Opitz und Thomas Czempiel mit ihren Abschlüssen aus jeweils gut 16-Metern Torentfernung.

Und so kam es, wie es im Fußball schon häufig gekommen ist, wenn eine dominante Mannschaft ihre Überlegenheit nicht mit Toren belohnen konnte: Nach einem fatalen Querpass im Anschluss an eine Einwurfsituation auf Höhe der Mittellinie schickte der bis dato gänzlich ungefährliche Celtic FC seinen Stürmer in den freien Raum hinter der Tilbury-Abwehr und dieser nutzte die sich bietende Gelegenheit und überwand den machtlosen Daniel Siefen im Tor mit einem feinen Schlenzer vom linken Strafraumeck in den langen Torwinkel.

Mit 0:1 ging es schließlich auch in die Pause.

Dass es nicht bei diesem Ergebnis blieb, das ja gleichbedeutend mit einer Niederlage gewesen wäre, hatte das Team von BEP Tilbury insbesondere dem zu Beginn des zweiten Durchgangs eingewechselten Serdar Özdemir zu verdanken, der sich die Worte seiner eigenen Halbzeitanalyse selbst am meisten zu Herzen genommen zu haben schien und nach dem Seitenwechsel sofort das Heft des Handelns in die Hand nahm, wobei er mit blitzgescheiten Anspielen in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr zu gefallen wusste und darüber hinaus als Vorlagengeber und Torschütze glänzte.

Kurz gesagt: Özdemir führte nahezu im Alleingang die Wende herbei und das nicht nur, weil er als Schaltstation im zentralen Mittelfeld seine ganze Erfahrung aus unzähligen Regionalliga- und Oberligaspielen aufblitzen ließ, sondern viel mehr deswegen, weil allein seine Aura seinen Mitspielern eine größere Sicherheit in ihren eigenen Aktionen zu verleihen schien als dies noch in der ersten Spielhälfte der Fall gewesen war.

Und dennoch bedurfte es zunächst einer Standardsituation um den Ausgleich zu schaffen: Hier zeigte Özdemir bei einem von Knut Menzel unter Einsatz "seines Lebens" - so diktierte es dieser den Journalisten im Anschluss an die Partie in ihre Notizblöcke - herausgeholten Freistoß,  dass er in seinem Leben mutmaßlich mehr Torschusseinheiten bewältigt hatte als der Rest des Kaders zusammen und zwirbelte das Leder aus zwanzig Metern, halbrechte Position unhaltbar für den gegnerischen Torwart in den rechten Giebel.

Seine Behauptung, "Ich kann diese Dinger eigentlich gar nicht mehr!", die er beim Zurücklaufen zum Mittelkreis gegenüber seinen Mittspielern äußerte, darf man getrost als maßlose Untertreibung abtun, zumal es ja auch nicht das erste Mal im Saisonverlauf war, dass er seine Stärke bei ruhenden Bällen unter Beweis stellte.

Im Anschluss an den, unter Berücksichtigung des Chancenverhältnisses, natürlich verdienten Ausgleich spielten sich die Hausherren kurzeitig in einen wahren Rausch:

Özdemir schickt den schnellen Zech in die Gasse, der bedient Czempiel in der Mitte: 2:1.

Ähnliches vor dem 3:1: Feiner Chippass von Özdemir in den Strafraum auf den gestarteten Frank Opitz, der den Ball nur noch über die Linie zu drücken braucht.

Die für das Endergebnis spielentscheidende Szene trug sich dann wenige Minuten später zu, als der unglückliche Martin Schüler nach einem ähnlich wie vor dem 2:1 vorgetragenen Angriff über die rechte Seite und daraus resultierendem Rückpass von Ludwig Zech völlig freistehend aus elf Metern am Gästetorwart scheiterte.

Nach einem 4:1 wären die Gäste sicher nicht zurückgekommen, so aber nutzten sie inkonsequentes Zweikampfverhalten im Defensivverbund der Hausherren für den Anschlusstreffer und kamen durch einen unnötigen wie berechtigten Elfmeter sogar noch zum Ausgleich.

Zwar hatten die Tilburys auch bei unentschiedenem Spielstand in Persona Thomas Czempiel, der trotz seines Tores einen für seine Verhältnisse eher nicht zufriedenstellenden Abend verlebte, und Frank Opitz noch Möglichkeiten auf den Siegtreffer, zum Schluss musste man sich dann aber noch bei Keeper Daniel Siefen bedanken, der gegen Celtic-Stürmer Sebi Wagner zweimal - einmal durch beherztes Rauslaufen und einmal durch eine beeindruckende Flugeinlage inklusive Übergreifen - überragend parierte, dass man den Platz nicht als Verlierer verließ.

Insgesamt muss konstatiert werden, dass ein Sieg absolut im Bereich des Möglichen lag, aufgrund des oft nicht geradlinig genug vorgetragenen Offensivspiels in Verbindung mit einer eklatanten Abschlussschwäche, die es schleunigst zu beheben gilt, aber wohl auch nicht verdient gewesen wäre.

Allgemeiner Tenor nach dem Spiel: "Mund abputzen, weiter machen, nächstes Spiel gewinnen!"

Fest steht jedenfalls, dass sich, wenn es das Tilbury-Team schafft, die über weite Strecken des Celtic-Spiels gezeigte Einstellung beizubehalten, der nächste Gegner, die Walder Lions, warm anziehen werden müssen um der BEP zu widerstehen.

Und das sicher nicht nur wegen des Wetters! ;-)

Dritte Halbzeit

Einen verdienten Sieg, können die Tilburys gegen (mit dem Fußball-Spiel) überforderte Gegner einfahren.

Dabei gab es für uns zwei wichtige Erkenntnisse:

1) Auch gegen schwache Gegner, bleibt unsere Abwehr fehleranfällig.

2) Der Angriff kann mit zwei starken Flügelspielern (Daniel Blum und Ludwig Zech) und einem Treffsicheren Thomas "Four" Czempiel sehr gut funktionieren.

Wenn dieses Feuerwerk auch in den nächsten Spielen funktioniert und auch die zweite Angrffsreihe (Heute mit Frank Opitz und Stefan "Two" Puderbach) top aufspielt, kann es mit einer Siegesserie klappen.

Was bleibt: Die Hoffnung auf einen einstelligen Tabellenplatz. Denn dann schmeißt Daniel Siefen die nächste Party in seinem Schuppen!